Samstag, März 16

Our Blood Is Cold And We're Alone


via Tumblr



Zigarettenrauch aus rissigen Lippen, mein Atem gefriert kurz in der kalten Nachtluft, bildet Wölkchen, löst sich in Nichts auf. Einfamilienhäuser und das Versprechen von Sicherheit am Ende der Einbahnstrasse. Neben dem milchigen Schein der Strassenlampe gehe ich unentdeckt die Strasse entlang, der ich schon lange fremd geworden bin, wie schon tausendmal zuvor.
Heimliche Schritte durch den Flur. Die Angst, entdeckt zu werden, die knochennagende Kälte, die ich von draussen für dich mitgebracht habe, zu viel zu schnell zu viel zu oft Nikotin lassen mein Blut kochen. Ich zittere.
Leerer Kopf, volles Herz. Da stehst du, schliesst mich in deine nackten Arme, wie schon tausendmal zuvor und machst dir mittlerweile kaum noch die Mühe zu erklären, warum du mich diesmal nicht geholt hast.
"Kalt, ne?", deine Hand streift meine Träger hinunter, du presst deinen Mund auf meinen, bevor ich eine Belanglosigkeit zurückgeben kann.
Kleider fallen, nackte Körperklüngel, die Kälte zieht sich in meine Brust zurück.
Ernüchterung.

"Die natürliche Entropie strebt das maximale Chaos an."

Wärme geht immer vom Körper mit höherer Temperatur zum Körper mit geringerer Temperatur über. Ich schiebe mich ein Stück näher an dich ran und vertraue auf die Thermodynamik.
Wir passen immer noch zusammen wie Puzzleteile.
Ich muss an die Atomisten denken, an die glatten Seelenpartikel  und ich wünsche mir, sie hätten recht und wir könnten Gefühlsteilchen weitergeben, bis beide Körper genug oder zumindest gleichviel davon haben.
Aber du hast deine Atome vergeblich einer anderen Frau gegeben und meine Gedankenteilchen sind am anderen Ende der Welt.

Es ist kalt, aber zusammen ist man weniger allein.



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