Mittwoch, Juni 27

Playlist

Die moderne Technik erlaubt es uns, eine Statistik über die meist gehörten Lieder zu führen. Hier die meinige, sehr heterogene.



Klangkarussell - Sonnentanz

Sommer-Euphorie pur.




Au Revoir Simone - Another Likely Story

Tönt, als ob meine Lieblingsblondinen und ich im Café sitzen
und Alltagssorgen wegplaudern.




Clock Opera -Belongings

Kontrolle    Ordnung.




Woodkid - Iron

'Game Of Thrones'-Assoziationen zuhauf. Und Agyness Deyn, hach Agyness.




The Naked And Famous - Young Blood

Abgedroschen. Aber so alt bin ich vielleicht doch noch nicht I




Daughter - Youth

Abgedroschen. Aber so alt bin ich vielleicht doch noch nicht II




Marilyn Manson - The Dope Show

Würde ich mir meinen Traummann kreieren, er hätte sehr wahrscheinlich Marilyn Mansons Persönlichkeit, im besten Falle auch dessen malerische Fähigkeiten.
Bringt mich meistens in eine Leck-mich-ich-zieh-meine-zerrissenste-Strumpfhose-an-und-trete-dir-mit-meinen-Creepers-in-deinen-geföhnten-Arsch-Stimmung.



Mittwoch, Juni 20

Kaffee & Zigaretten - If I could sleep forever



The Dandy Warhols - Sleep


Coffee & Cigarettes - Mein momentaner Lebensstil von Jim Jarmusch auf den Punkt gebracht.
Treffender noch:
Reasons Not To Kill Yourself Today, No. 12: Coffee and, Ironically, Cigarettes


Aufgrund von akutem Personalmangel werde ich seit einer Woche ungefragt für zwölfstündige Schichten eingeteilt und renne (wörtlich) pausenlos irgendwelchen Tellern nach. Die Fliegenden Suppentassen erscheinen mir zudem auch noch nachts in meinen Wachträumen, denn an richtigen Schlaf ist bei all dem Stress sowieso nicht zu denken, entsprechend befinde ich mich in einem einwöchigen Delirium und bin zu vernünftigen Gedanken nur mässig fähig, nicht mal mit genügend Koffein und Nikotin im Blutkreislauf.
Als wären (Mit-)Arbeits-Stress und Schlafentzug nicht schon genug:
"Ach und übrigens: Wir mussten gestern deinen Hund einschläfern lassen."
Das Leben hat echt eine beschissene schwäche für schlechte Klischees.

Das mag etwas suizidal tönen, aber manchmal würde ich gerne denen Worten folgen, mit denen mich die Dandy Warhols in den Schlaf wiegen: Die Augen schliessen und sie nie mehr öffnen, während all die grossen und kleinen Katastrophen an mir vorbeiziehen.

Ich habe mich für Selbstdestruktion einer geringeren Stufe entschieden und mein Konto gefoltert.






Eulenshirt: Fizzen

Blazer: H&M

Shorts: DIY



Montag, Juni 11

Müllkind II - "Deponie"


Mich im Dreck suhlen, einsauen, verbotenesTerritorium betreten und  auf alles, was riskant aussieht, klettern. Mein inneres Kind jauchzt immer noch. 
Wer noch nicht genug von Anjas bunten Fotografien hat, der kann hier ihre anderen Werke bewundern.







Sonntag, Juni 10

Müllkind




Lange Nächte vor lodernden Flammen im Regen, schales Bier und zwanzig Minuten Schlaf auf der bequemsten menschlichen Matratze, die ich kenne. Aufstehen, nach Räucherspeck und Whisky stinken und sich gammlig wie Müll fühlen - Umso besser, dass ich sowieso ein Fotoshooting (für einmal allerdings vor der Kamera) auf einer Abfalldeponie anstehen hatte. Eine Katharsis quasi, mich in Glasscherben zu legen und mit stinkenden Plastikbändern zuzuschnüren, um mein rottendes Innenleben zu bereinigen. Die Fotos folgen hoffentlich schon bald.



Samstag, Juni 9

Rusty Clockhands



Lake People - Rusty Clockhands



Ringe, Leo-Jumpsuit, Armreif: H&M

Inkonsequenz sieht zumindest schön aus.


Dienstag, Juni 5

TANZ DICH FREI 2.0







Man mag dagegen tanzen, wie man will - Bern ist ein Dorf.
Zumindest scheint auch hier jeder jeden zu kennen.
















Freitag, Juni 1

Tanz dem Fatalismus





Eigentlich wollte ich schon vorgestern herumposaunen, wie sehr ich mich auf den Samstagabend freue. Der Grund? Tanz dich frei 2.0 - Eine Tanzdemo, zu der bis zum jetzigen Moment sage und schreibe 9'570 Leute per Facebook ihre Teilnahme angekündigt haben. Aber wie es sich mit dem Herumposaunen so hat - Man schläft besser noch mal drüber und lässt sich ausgeschlafen von der Realität in den Allerwertesten treten. Auch wir wollen eine A-Stadt verhindern. Diese besteht für uns aber aus Aufwertungspolitik, Ausgrenzung und Ausbeutung. Wir wollen uns nicht auf der Nase herumtanzen lassen, sondern selber bestimmen, wo und wann wir tanzen!", heisst es von den zwar anonymen Veranstaltern.

Gibt's nix zu meckern.

"Das Tanz Dich Frei ist mehr als ein riesiges Strassenfest - es soll eine poltische Botschaft an die herrschenden, kapitalistischen Verhältnisse sein. Wir lassen es uns nicht gefallen, das über unsere Köpfe hinweg bestimmt wird. Wir akzeptieren nicht blind Gesetze und Autoritäten, welche uns aufgedrängt werden. Wir wollen ein besseres Leben: Produktion, die sich nach den Bedürfnissen der Menschen richtet. Nicht nach Profit und Gewinn. Eine Wirtschaft, die den Menschen dient, nicht der Mensch der Wirtschaft. Wir wollen nicht sinnloses Wachstum, Umweltverschmutzungen und Tod. Wir wollen keine Welt, in der Wenige vieles besitzen und Viele nichts!"

Schön, gut, steh' ich vollkommen dahinter, auch wenn ich zugegebenermassen immer noch als zu gut funktionierendes Zahnrad in der kapitalistischen Maschinerie funktioniere. Es ist ein Teufelskreis, dieser Kapitalismus, und ich habe die Illusion schon lange aufgegeben, mich völlig aus den Fängen dieses Systems befreien zu können, wenn sich nicht bald eine bessere Alternative findet.
Ein Allheilmittel ist auch mir nicht bekannt, aber wer die Augen vor Umweltverschmutzung und Ausbeutung heute immer noch verschliesst, ernsthaft propagiert, weiterhin auf Kosten vom Biotop Erde und unterprivilegierten Menschen dem Genuss zu frönen, der gehört mit seinem ökologischen Fussabdruck ins Gesicht getreten.

Die Zwecke des Strassenfestes sind also zweifelsohne edel und wenn wir zu tausenden von Musik begleitet durch die Strassen ziehen, uns bunt bemalen und friedlich unseren Unmut bei schönstem Wetter kundtun, drängen sich den Naiven unter uns wohl doch vernebelte eigen fabrizierte Woodstockerinnerungen in den Hinterkopf.


Ach, wie schön das wäre. Wer sich per Pinnwandeintrag jedoch gegen unnötige Gewaltausschreitungen ausgesprochen hat, der durfte sich abwechselnder Weise als "dämlicher scheiss Hippie" oder als "von den Massenmedien hirngewaschener Bürgerlicher" bezeichnen lassen.
Hier und da wird verhalten zur Gewalt als Konter gegen Staatsgewalt und ihre Helfer aufgerufen, vage Vergleiche zwischen Ägypten und der Schweiz werden angedeutet und wer logische Kohärenz bemängelt, outet sich damit offenbar als Diener der oberen Zehntausend.

Die Gemeinschaft treibt einen Keil in ihren eigenen Leib und das Blut wird auf die Mühlen der Kritiker getragen.

Ich weiss nicht mehr so recht, ob ich mich auf die morgige Nacht freuen kann oder darf (Gewaltunbereite "Hippies" bzw. "Rechtskonservative" - je nachdem, welche abwegige Bezeichnung gerade lieber verwendet wird - haben sogar laut dem Veranstalter nichts an der Kundgebung zu tun).

Tanzen wir uns frei, Tanz dem Kapitalismus, dem Fanatismus, dem Fatalismus.
Mit Neon-Kriegsbemalung und Glitzer im Gesicht.
Und diesmal mach' ich auch ganz bestimmt Fotos.





Und so sah das Ganze mit läppischen 3'000 Anwesenden aus.