Freitag, April 27

Prenzlauerberg


















Beirut - Prenzlauerberg


Ein kleiner Nachtrag zur ausgleichenden Gerechtigkeit: Karma is my bitch, bitch! Ich habe mich schon mit dem Gedanken abgefunden, zugunsten einer Objektivreparatur mein momentanes Domizil unter eine Brücke zu verlagern. Gerade gestern ist mir der Kamerabody wieder in die Hände geraten und gedankenverloren habe ich ohne das Objektiv drauf rumgeknipst - Und siehe da: Der Rumpf spuckte (im wahrsten Sinne des Wortes) das fehlende Teilchen aus, das sich offenbar hinter dem Spiegel versteckt hatte. Nun muss ich bloss noch den allesrettenden Sekundenkleber zu meiner Kamera manövrieren und sie ein drittes Mal zusammenbasteln. Und darauf hoffen, dass der Zug auf dem Weg dahin nicht in "Final Destination"-Manier entgleist, so quasi als endgültiger Vergeltungsschlag des Karmas. 

By the way: BERLIN ist endlich gebucht. Nach einem Kurzbericht über Brüssel, dem zufolge man an jeder Bushaltestelle mit einem Messer im Rücken rechnen muss, haben Herr Norweger und ich uns doch gegen einen Kurztrip nach Belgien entschieden. So übertrieben der Bericht war, so gross war die Freude seitens meiner besseren Hälfte, endlich eine Ausrede zu haben, um nicht nach Belgien zu fahren. Hmpf. 
Nichtsdestotrotz ist meine Vorfreude riesig und ich möchte am liebsten gleich heute mit Zach Condons Stimme im Ohr durch Berlins Strassen schlendern und im Szimpla Kaffe trinken.

Dienstag, April 24

Eyes, dark grey lenses frightened of the sun


WWLD?

'What would Luanna do?' - Dieser Satz hat sich in letzter Zeit unbemerkt zu meiner Kleidungsmaxime entwickelt. Man füge eine Überdosis an "Trainspotting" und "Requiem for a Dream" hinzu, verbringe in einem Anflug infantiler Nostalgie den ganzen Tag damit, 90er-Serien zu schauen und runde das Ganze mit einer gewaltigen Portion Misanthropie ab. Und was würde "Wechsel am besten gleich die Strassenseite, bevor ich dich mit meinem Rosenkranz stranguliere" stylischer signalisieren, als zerfetzte Jeansshorts und verwaschen graue Bandshirts unter speckigen Lederjacken?




Joy Division - Transmission










Montag, April 23

Twenty-six dollars in my hand





Mütze, Pullover: Vero Moda
Ohrstecker, Haarturban: Claires (Ich war selbst erstaunt.)
Ring, Schuhe: H&M



Normalerweise habe ich das gute Karma gepachtet ("Karma is my bitch" gehört entsprechend auch zu meinem Standard-Satzrepertoire), genetisch bedingt. Zu diesem Schluss komme ich jedenfalls, wenn ich an meinen Bruder denke, dessen Brieftasche zwar im Oktober gestohlen wurde, der aber seit sage und schreibe einem halben Jahr ohne Ticket Zug fährt und ohne Ausweis feiert. 

Der Freitag entpuppte sich aber als Tag der Abrechnung und mein Objektiv brach schon zum dritten Mal ab. Da meine Kamera und die mikroskopisch kleinen, abgebrochenenSchraubdingchen momentan noch bei meinem Freund sind, weiss ich noch nicht, ob Sekundenkleber mich noch mal rettet oder ob ich dieses Mal mein Konto ausbluten lassen muss. Vorerst kommt jedenfalls wieder meine verstaubte D60 zum Einsatz. Ich kann wohl nicht dauernd mein Handy und meine Geldbörse liegen lassen, um diese dann unangetastet zurück zu kriegen, ohne dass mich das Schicksal irgendwann dafür büssen lässt.
Der süsse Starbucksbarista hat mir heute auf einen Zehnerschein zehn Franken plus Kleingeld Wechselgeld gegeben. Ich warte schon auf die nächste Karmafaust. Bis dahin mache ich es mit meiner Beute schön. 
Fehlend übrigens: Mintgrünes Shirt von H&M (ich bin besessen) und mein Erdbeerrucksack aus dem Fizzen, dessen Namen er seiner Farbe zu verdanken hat,









Freitag, April 20

Ambivalent



"Zwiepältig" - treffender lässt sich meine Haltung dem Wochenende gegenüber kaum beschreiben. Der Schock liegt mir immer noch bleiern in den Knochen, aber etwas Ablenkung und Distanz schaden nie.
Wenn sie vom New Yorker DJ und Produzenten kommt, soll es mir mehr als recht sein.









Dienstag, April 17

Here my voice goes to ones and zeroes




Thrice - Digital Sea


Luft einatmen. "Unser Leben ist digitalisiert." Mit diesem Satz wollte ich eigentlich beginnen, aber er ist nicht mehr zutreffend oder zumindest nicht mehr ausreichend, denn: Unser Leben und Sterben ist digitalisiert, virtualisierte Realität, die entgegen der sprachlichen Logik nicht bloss schnöde Physik und somit kaum greifbar ist. 
- Leute entscheiden sich, zu sterben und wir erfahren es durch Facebook - 

Ich gehöre nicht zu den Leuten, die den Tod ins Erhabene steigern, im Gegenteil. Aber per Statusmeldung von einem solchen Unglück zu erfahren, fühlt sich falsch an. 

0110111001101111 

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, diese Worte auf einem Blog zu veröffentlichen, aber wer hört schon auf kleine Mädchen mit Megaphonen, die auf dem Bahnhofsplatz Phrasen in die Welt hinausschreien? 



 Pixel auskotzen.


Freitag, April 13

Otherside




Red Hot Chili Peppers - Otherside


Ich kann mir auch nicht genau erklären, wieso brandschwarzer Humor eine derartige Faszination auf mich ausübt, zumal er doch in krassem Gegensatz zu all meinen Überzeugungen steht. Ich hatte wahrscheinlich schon immer was für die dunkle Seite übrig. 
Jedenfalls finde ich mich in letzter Zeit viel zu oft "South Park" schauend wieder, weshalb mir auch ein alter Zeitvertrieb aus einem Lebensabschnitt, der schon viel zu weit zurück liegt, wieder eingefallen: Das South Park Studio! Amüsanterweise kann man dort innerhalb von 2 Minuten einen sehr realitätgestreuen Prototyp von mir erstellen.

Mein Platz liegt wohl wirklich auf der dunklen Seite.


Donnerstag, April 12

Baby, I have no story to be told






Jamie XX - Rolling in the Deep (Remix)





Von allen Feiertagen und Festtagszeiten ist Ostern diejenige, mit der ich am wenigsten was anfangen kann. So viel Freizeit und so wenig Brauchtum, um sie zu füllen. 
Als Agnostikerin und Antipatriotin habe ich den meisten Feiertagen irgendwann einfach eine persönliche Bedeutung verliehen, so ist Weihnachten für mich die Zeit, in der ich meine Freunde und Familie zelebriere und den Nationalfeiertag habe ich zum Sommerfest umgewandelt. 
Aber Ostern? 

Der Zufall hat dieses Jahr die Premiere vom herrlich lächerlichen "Iron Sky", das Electroscope Springtime Festival und die Rückkehr meiner Österreichischen Lieblingsblondine aus dem Känguruland auf Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersamstag (ist das ein Feiertag? Jeez...) gesetzt, also gab's dieses Jahr doch ordentlich was zu feiern. 

Fazit: Wir werden alt, aber reif genug, um uns das einzugestehen, sind wir noch lange nicht. Entsprechend waren diese vier Tage gefüllt mit Schädelbrummen, Fatsfood-Eskapaden und Rückenschmerzen.











Mittwoch, April 4

Titelhelden

Metaphorische Sonnenstrahlen machen den launenhaften April viel erträglicher.
Lichtblicke:

- Extrawelt am Freitag.
- Runde Zwei hinter der Bar oder: Die Nacht durchfeiern und dafür auch noch entlöhnt werden.
- Brüssel(?): Nur noch ein Häppchen Überzeugungsarbeit und Herr Norweger und ich fahren ins Land der Waffeln und Comicstrips. Ganz zu schweigen von Urban Outfitters und Forever 21.
- Open Air St. Gallen: Gleich morgen holen mein Bruder und ich uns endlich unsere Tickets für's Glück.
- Wien: Den ganzen Tag Kaffee trinken und mit meinen Geschwistern sämtliche Secondhandshops durchforsten. Und das Wiener Nachtleben erkunden.


Ja, das wird ein teurer Spass. Aber ein letzter prä-apokalyptischer Sommer soll es mir wert sein und dann kann die Welt ruhig untergehen.


Dienstag, April 3

Sweetness, I was only joking when I said I'd like to smash every tooth in your head

April ist scheisse. Der April wurde falsch ge-gendert, denn wäre der April ein Mensch, er wäre vermutlich eine Frau. Der April schenkt mir ein Lächeln, das Gletscher schmelzen lässt, nur um mir im nächsten Moment die kalte Schulter zu zeigen und mir Eisregen ins Gesicht zu spucken. Der April ist gereizt und reizend - für mein ästhetisches Auge und für meine Nebenhöhlen.
Der April leidet 30 Tage an PMS und wer kann ihm da seine Launenhaftigkeit schon übel nehmen?
Wäre ich ein missverstandener transsexueller Monat mit Bipolarer Störung, würde ich mich wohl genau so aufführen.

Dieser April zermartert mein Hirn aber in ganz neuen Dimensionen: Zum ersten Mal seit 13 Jahren habe ich nichts zu tun. Meine Arbeit beschränkt sich diesen Monat auf die Wochenenden, während ich vier mal fünf Tage zuhause sitze und herausfinden muss, dass das süsse Nichtstun eigentlich ziemlich fad ist, wenn einem niemand dabei Gesellschaft leistet.
In Ermangelung von erwähnenswertem Geschehen deshalb: Musik.


Boy In A Box - Moon Comes Up



Alpine - Villages



The Smiths - Bigmouth Strikes Again


The Cure - Pictures of You