Dienstag, Dezember 13

While Frank Sinatra sings 'Stormy Weather'





Cake - Frank Sinatra


Aufgestanden und nichts getan. Mal wieder.
Ich habe dann irgendwann doch kurz mal meine Lethargie unterbrochen, um 5 Minuten mit meiner Schwester wie eine Geistesgestörte durch die Wohnung zu hüpfen.
Dann mussten wir uns eingestehen, dass Schnee wohl doch eine Frage des Aggregatszustandes ist und die Matschballen, die vom Himmel klatschten, mit grosser Wahrscheinlichkeit nie das Land mit einer pudrigen Decke überziehen werden.
Was anderes bleibt mir also übrig, als die pseudo-verheissungsvollen Regentage mit Tee und vegetieren zu verbringen?
Nun ja. Auf mich warten Hausaufgaben für die Vorkursprüfung, mein Zimmer, das lange schon nach einer Generalüberholung schreit und Weihnachtsgeschenke, die ungekauft in Regalen dahocken.

Aber ich fühle mich, als hätte ich den ganzen trägen Dezembermatsch in mir aufgesaugt.






Dieses Baumgekritzel hab ich vorhin zufälligerweise wieder gefunden. Im Psychologieunterricht erhielten wir zum Schluss des drittletzten Semesters die Aufgabe, kurz und knapp einen Baum zu zeichnen, damit unser Lehrer diesen ein Jahr später mit einer neuen Zeichnung vergleichen und uns so psychoanalysieren kann. Ich bin gegenüber solchen Praktiken zwar äusserst skeptisch, aber spasseshalber hier die Analyse, oder zumindest das, woran ich mich noch erinnern kann.
Der Baum aus dem jahr darauf hat übrigens praktisch gleich ausgesehen, ich scheine also keine grosse Entwicklung mehr durchgemacht zu haben^^


Allgemein:
Der Baum ist realistisch gezeichnet, mit normalen Grössenverältnissen, was auf Reife (oder ein gewisses zeichnerisches Talent, liebe Psychologen?) schliessen lässt. Der Baum ist eher in der linken Hälfte des Papiers platziert, was ein Indiz dafür ist, dass die Zeichnerin dazu tendiert, in der Vergangenheit zu leben.

Wurzeln:
Die Wurzeln sind vorhanden, aber nicht völlig ausgezeichnet, sondern eher angedeutet, die Anzahl gezeichneter Wurzeln ist durchschnittlich.
Die Probandin ist in ihrem sozialen Umfeld verwurzelt, die kurzen Wurzeln könnten aber ein Hinweis auf gewisse Problematiken sein, an die ich mich leider nicht mehr erinere.

Stamm:
Der Stamm ist normal dick, was als gute emotionale Tragfähigkeit gedeutet wird. Da er jedoch eine unregelmässige Kontur aufweist, ist die Zeichnerin trotzdem seelisch verletzbar, was sich an den beiden ausgeprägten Astlöchern zeigt, welche zwei verhältnismässig grosse Traumata, Verletzungen von aussen, symbolisieren.

Krone:
Die Krone steht für die Kognition, den Kopf des Zeichners. Bei dieser Zeichnung ist die Krone auffallend differenziert, was auf Intelligenz und vernetztes, eigenständiges Denken hindeutet. Bestätigt wird dies auch durch die deutlich sichtbaren Einzeläste, die als Verlängerung des Stamms auch für emotionale Transparenz stehen. Die Baumkrone ist ausserdem relativ realistisch dargestellt, was auf rationales und realistisches Denken schliessen lässt. Jedoch ragt ein Teil der Krone über den Blattrand hinaus, was ein Hinweis darauf ist, dass die Rationalität der Zeichnerin dem sprichwörtlichen "Kopf in den Wolken" weichen muss.


Alles in allem war ich überrascht, wie gut die Analyse zutraf, was einerseits zu gewissen Teilen aber auch mit der Vagheit der Aussagen zu erklären ist, andererseits aber wohl auch damit, dass ich mich vorrangig an diejenigen Deutungen erinnere, die auch zutreffen.
Aber vielleicht ist das ja uch nur meine rationale Baumkrone, die da aus mir spricht.

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