Montag, November 7

Quality Time




Meine guten Vorsätze wachsen bei mir meist nicht aus ihren Kinderschuhen - Man sei also gespannt, wie viele solcher Alltagdokumentationen es noch von meiner Kamera auf meinen Blog schaffen. Ich bleibe vorsichtig pessimistisch.
Und hoffe darauf, dass meine neue Kamera mir einen grösseren Anreiz zur Momentaufnahme bietet als die öde D60.

Der schöne Norweger befindet sich seit letzten Wochenende im grünen Feriencamp - Von mir aus dramaturgischen Gründen bevorzugt "Krieg" genannt.
Entsprechend werden sich meine folgenden 18 Wochenenden grundsätzlich ähnlich abspielen: Ich besuche den Mann aus dem hohen Norden, den es ironischerweise in den schweinekalten Süden verschlagen hat, um 30 Stunden mit möglichst viel Gefühl und schönen Erinnerungen voll zu pumpen.

Romantik ist Spontaneität - Eine Eigendefinition, die es zwischenzeitlich wohl zu überarbeiten gibt.

Wochenende 1/18 - Romantik ist Schwarzteetrinken und Family Guy und sich dabei so gar nicht alt und paarmässig fühlen, weil sowieso nur alle anderen Zweiergruppen dem Spiessertum zum Opfer fallen und ihr Wochenende zu Hause vor dem Laptop verbringen und Jennifer Aniston-Filme schauen.

Weitere Erkenntnis: Flohmarkt und Herbst sind eine wunderbare Kombination, obwohl oder vielleicht gerade weil sie in mir eine ganz bestimmte Art von Melancholie wecken.
Das Abschiedsgefühl hängt in der Luft, versinnbildlicht durch ochsenblutrote und goldorangene Blätter, die im Wind tanzen, immer wieder aufgewirbelt werden, weder zu Boden gleiten und ruhen noch davongetragen und verschwinden wollen.

War es nicht erst noch, als ich mir Ende Mai die dicken Schals und leichten Herbststiefelchen herbeigesehnt hatte? Hat sich in diesen Monaten nicht unbemerkt eine ungeheure Veränderung eingeschlichen, die jetzt schon wieder zur Routine wird?

Und überhaupt. Die Routine, mit die ich entgegen meinen persönlichen Grundsätzen plötzlich so gut überstehe.


Ein Lied, dass diese Stimmung für mich in völligster Weise auf den Punkt bringt ist 'Lovers Carvings' von Bibio.

Angesammelte subjektive Empfindungen alias "Liebe" im gesamten Kontext zu begreifen und zu erkennen, wie wenig aussergewöhnlich sie eigentlich ist, sich eben von von der abgedroschenen Vorstellung der einzig wahren Liebe zu verabschieden, hat mir noch nie Mühe bereitet. Den Gedankenfaden aber weiter zu spinnen und die Konsequenzen daraus zu ziehen, damit hader(t)e ich aber trotzdem.
Also gilt es, zu erkennen, dass die feinen Unterschiede zwischen verschiedenen zwischenmenschlichen Beziehungen paradoxerweise gerade ihre Exklusivität auszumachen scheint.
So, wie jeder Herbst per Definition auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden kann und sich trotzdem jedes Jahr wieder von einer anderen Seite zeigt.






Und wenn jetzt schon beinahe wieder ein Jahr vorbei sein soll, an das ich mich grösstenteils wohl gar nicht mehr erinnern werde - Wo zur Hölle bleibt dann Starbucks mit seinem Toffe Nut Latte?!


















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