Sonntag, November 27

Serotonin, you're burning a hole into my heart



Zu allererst: Schnee hat sich pünktlich zum Dezemberanfang angekündigt! :D
Bei so viel Vorfreude konnte ich nicht anders, als die Lichterkette in meinem Zimmer wieder einzustecken - Es sieht herrlich (bis kitschig) aus und signalisiert meinem Unterbewusstsein, dass es an der Zeit sei, meinen Ernährungsplan wieder gänzlich auf Toffee Nut Latte und rohen Plätzchenteig umzustellen.




Ganz nebenbei habe ich auch sämtliche anderen guten Vorsätze über Bord geworfen, kriege deshalb langsam aber sicher eine kratzige Raucherstimme und mein gut gefülltes Konto habe ich zugunsten eines gut gefüllten Kleiderschranks geopfert.
Aber BRAUCHE seit immer und ewig schon bordeauxfarbene Hosen. Und beigen Nagellack. Wirklich.



Bluse. H&M
Hose: Mango

Nagellack: Essence

Mittwoch, November 23

3 Minutes in the brain of a demon host



Der November macht sich leise auf, sich zu verabschieden und während sich leuchtende Rentiere an den städtischen Fassaden ansiedeln und sich in jeder Ecke grotesk kitschige Nikoläuse aus dem Himmel abseilen lacht uns die Sonne an.
Wir schlürfen Weihnachtskaffee und rutschen dabei auf dem verrottenden Herbstlaub aus; lassen uns in Warenhäusern von Weihnachtsglocken berieseln und sind beim Hinausgehen enttäuscht über das stetige Dröhnen der Stadt - Kein schalldämpfender Schnee, der den lauten Puls der Stadt ersticken könnte.

Keine Watte, in die ich mich verpacken könnte. Mein winterlicher Schutzkokon, in dem meine Glückshormone jährlich prächtig gedeihen, bildet sich dann wohl erst im Dezember aus.

Klimawandel - Hmpf!


Die Absenz von Schnee zu diesem Jahreszeitpunkt, die Dynamik zwischen kindlicher Vorfreude und enttäuschten Hoffnungen versetzt mich in eine ungemein herbstliche Stimmung (für deren Entfaltung ich bisher - Schnee sei Dank - noch niemals Zeit hatte), die sich in meiner momentanen Playlist wiederspiegelt.



Timber Timbre - Demon Host

Der meistgehörte Song. Letztens tatsächlich zwei mal zwei Stunden gehört und immer noch toll gefunden.






Mystery Jets - Serotonin






Bonaparte - 3 Minutes In The Brain Of Bonaparte





Pixies - Hey





Dienstag, November 15

Spieltrieb




Tränenwasser perlt
Am Porzellan ab,
In die Nirgendheit

Was täte die Marionette
Ohne einen Puppenspieler?

Abgeschnittene Schnüre
Myriadenfach verknotet
Und die stumpfe Schere
In deiner Hand

Bevor du an meinen Fäden
In den Abgrund gezogen worden wärst

Was wäre der Spieler
Ohne seine Puppe?




Mittwoch, November 9

So einigermassen


Man erinnere sich an diesen Post.
Heute, 106 Tage später, habe ich das als Vogel missverstandene Chamäleon endlich (so einigermassen) fertiggestellt.


New is always better


Ich mag (Kontoaus)Züge.
Mathelegasthenie - Oder wie aus 250 plötzlich 950 wurden und sich 100 davon in Jacken und Schuhe transformierten:



Nach genau dieser Jacke habe ich, ohne es zu wissen, schon immer gesucht und auf Nadia Esras Blog endlich gefunden.
Ein Mädchen aus Zucker, deren Blog sich bei Pessimismusanflügen immer zu lesen lohnt; hinter ihrer feuerroten Traummähne steckt ein Wesen, das Positivität nicht nur verinnerlicht hat sondern auch ausstrahlt. Und das, obwohl ihr das Schicksal (wohl aus Eifersucht auf ihr atemberaubend schönes Puppengesicht) schon einige Brocken in den Weg gelegt hat.







Zudem habe ich mein unbestimmtes Verlangen nach etwas Stiefelartigem, Wasserdichten mit Keilabsätzen endlich befriedigen können - Und das sogar mit nur einem einzigen paar Schuhe.
Möglicherweise werden meine beiden Errungenschaften in Bälde in einem Erstlingsversuch eines Outfit-Posts zu bestaunen sein.




Blazer-Jacke/Schuhe: H&M

Montag, November 7

Quality Time




Meine guten Vorsätze wachsen bei mir meist nicht aus ihren Kinderschuhen - Man sei also gespannt, wie viele solcher Alltagdokumentationen es noch von meiner Kamera auf meinen Blog schaffen. Ich bleibe vorsichtig pessimistisch.
Und hoffe darauf, dass meine neue Kamera mir einen grösseren Anreiz zur Momentaufnahme bietet als die öde D60.

Der schöne Norweger befindet sich seit letzten Wochenende im grünen Feriencamp - Von mir aus dramaturgischen Gründen bevorzugt "Krieg" genannt.
Entsprechend werden sich meine folgenden 18 Wochenenden grundsätzlich ähnlich abspielen: Ich besuche den Mann aus dem hohen Norden, den es ironischerweise in den schweinekalten Süden verschlagen hat, um 30 Stunden mit möglichst viel Gefühl und schönen Erinnerungen voll zu pumpen.

Romantik ist Spontaneität - Eine Eigendefinition, die es zwischenzeitlich wohl zu überarbeiten gibt.

Wochenende 1/18 - Romantik ist Schwarzteetrinken und Family Guy und sich dabei so gar nicht alt und paarmässig fühlen, weil sowieso nur alle anderen Zweiergruppen dem Spiessertum zum Opfer fallen und ihr Wochenende zu Hause vor dem Laptop verbringen und Jennifer Aniston-Filme schauen.

Weitere Erkenntnis: Flohmarkt und Herbst sind eine wunderbare Kombination, obwohl oder vielleicht gerade weil sie in mir eine ganz bestimmte Art von Melancholie wecken.
Das Abschiedsgefühl hängt in der Luft, versinnbildlicht durch ochsenblutrote und goldorangene Blätter, die im Wind tanzen, immer wieder aufgewirbelt werden, weder zu Boden gleiten und ruhen noch davongetragen und verschwinden wollen.

War es nicht erst noch, als ich mir Ende Mai die dicken Schals und leichten Herbststiefelchen herbeigesehnt hatte? Hat sich in diesen Monaten nicht unbemerkt eine ungeheure Veränderung eingeschlichen, die jetzt schon wieder zur Routine wird?

Und überhaupt. Die Routine, mit die ich entgegen meinen persönlichen Grundsätzen plötzlich so gut überstehe.


Ein Lied, dass diese Stimmung für mich in völligster Weise auf den Punkt bringt ist 'Lovers Carvings' von Bibio.

Angesammelte subjektive Empfindungen alias "Liebe" im gesamten Kontext zu begreifen und zu erkennen, wie wenig aussergewöhnlich sie eigentlich ist, sich eben von von der abgedroschenen Vorstellung der einzig wahren Liebe zu verabschieden, hat mir noch nie Mühe bereitet. Den Gedankenfaden aber weiter zu spinnen und die Konsequenzen daraus zu ziehen, damit hader(t)e ich aber trotzdem.
Also gilt es, zu erkennen, dass die feinen Unterschiede zwischen verschiedenen zwischenmenschlichen Beziehungen paradoxerweise gerade ihre Exklusivität auszumachen scheint.
So, wie jeder Herbst per Definition auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden kann und sich trotzdem jedes Jahr wieder von einer anderen Seite zeigt.






Und wenn jetzt schon beinahe wieder ein Jahr vorbei sein soll, an das ich mich grösstenteils wohl gar nicht mehr erinnern werde - Wo zur Hölle bleibt dann Starbucks mit seinem Toffe Nut Latte?!